Was gilt bei der Anbindehaltung?

Auslauf für Ziegen in Anbindehaltung
Die Tierärztin Nina Keil vom Bundesamt für Veterinärwesen erklärte in der „BauernZeitung“ vom 27. November 2009, was gilt:
Ziegen sind sehr bewegungsfreudige, aktive und neugierige Tiere. Ziegen in Anbindehaltung müssen deshalb regelmässig ins Freie können. Im Sommer sind die meisten Ziegen auf der Weide oder sogar auf der Alp. Die mindestens 120 vom Gesetz geforderten Tage Auslauf in der warmen Zeit, der so genannten Vegetationsperiode, einzuhalten, ist deshalb normalerweise kein Problem.

120 Auslauftage im Sommer, 50 Tage im Winter
Doch auch während der Winterfütterung müssen angebunden gehaltene Ziegen an mindestens 50 Tagen nach draussen können. Die Ziegen dürfen nie länger als zwei Wochen ohne Auslauf sein. Der Auslauf der Ziegen ist in einem Auslaufjournal einzutragen, das spätestens alle drei Tage aktualisiert sein muss.
Viele Ziegenhalter gewähren im Winter bereits jetzt Auslauf, andere haben bisher darauf verzichtet. Für bestehende Betriebe gilt zwar eine Übergangsfrist bis zum 31. August 2010. Es lohnt sich aber, sich bereits in diesem Winter Gedanken darüber zu machen, wie der Auslauf organisiert werden soll und vielleicht das oder andere auszuprobieren.

Ziegen dürfen nie länger als zwei Wochen am Stück angebunden sein.
Ziegen dürfen nie länger als zwei Wochen am Stück angebunden sein.

Ziegen ans Auslassen gewöhnen
Je besser die Ziegen an das Auslassen gewöhnt sind, desto weniger kommt es zu Stress und Unfällen für Mensch und Tier. Für einen ruhigen Auslauf ist nicht allein die Grösse des Laufhofs entscheidend. Ziegen streiten seltener, wenn sie klettern und sich gut ausweichen können.
Damit die Tiere nicht aus dem Laufhof ausbrechen, eignen sich mehr als 1,30 m hohe, stabile Abtrennungen mit vertikalen Stäben. Bei grosszügigen Platzverhältnissen ist auch ein Elektrozaun mit mehreren Litzen zweckmässig.

Bewegung, Licht und Luft verbessert die Gesundheit
Der Aufwand lohnt sich. Können Ziegen in Anbindehaltung regelmässig raus, geht es ihnen besser und sie sind gesünder. Bewegung, Licht und Luft regen den Stoffwechsel an und fördern damit Gesundheit, Fruchtbarkeit und Kondition der Tiere. Zudem können sich die Tiere nur ausserhalb des Stalls uneingeschränkt pflegen und zu allen Herdenmitgliedern Kontakt halten.

Wichtigste Änderungen der Tierschutzverordnung

  • Angebunden gehaltene Ziegen müssen ab 2010 während mindestens 120 Tagen in der Vegetationsperiode und während mindestens 50 Tagen im Winter raus können.
  • Ziegen dürfen nie länger als zwei Wochen am Stück angebunden sein.
  • Der Auslauf ist im Auslaufjournal einzutragen.
  • Für Ziegen dürfen keine Standplätze mehr neu eingerichtet werden, ausser in Ställen, die im Sömmerungsgebiet nur saisonal genutzt werden.
  • Ziegen brauchen ab 2010 einen eingestreuten Liegebereich
  • Ziegen, die einzeln gehalten werden, müssen Sichtkontakt zu Artgenossen haben.
  • Ziegen müssen mindestens zweimal täglich Zugang zu Wasser haben.
  • Über zwei Wochen alte Zicklein müssen ständig rohfaserreiches Futter wie Heu, Gras oder geeignete Silage erhalten. Nur so entwickeln sie ein gesundes Verdauungssystem.
  • Zicklein dürfen nicht mehr alleine gehalten werden, ausser wenn keine anderen Zicklein auf dem Betrieb sind.

Die Broschüre Ziegen richtig halten verschafft eine umfassende Übersicht in leserfreundlicher Gestaltung. Sie ist abrufbar auf http://www.bvet.admin.ch/tsp/01995/index.html?lang...

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