Auszug aus dem SZZV-Jahresbericht 2010
Das Oberwallis wird im Schweizerischen Ziegenzuchtverband durch Christian Zufferey von Bister vertreten. Er ist Miglied des Leitenden Ausschuss, Vertreter des SZZV in der Arbeitsgruppe Grossraubtiere des Schweizersichen Schafzuchtverbndes, Mitglied der Arbeitsgruppe Gefährdete Rassen und Präsident der Arbeitsgruppe Marketing.
Der langjährige Experte Edwin Eggel aus Naters ist seit 25. Mai 2010 Mitlgied der Arbeitsgruppe Expertenausbildung.
Herdebuchbestand
Am 1. Mai 2010 waren 29'390 Tiere im Herdebuch des SZZV verzeichnet. Das sind 146 Tiere mehr als im Vorjahr. Einen Zuwachs konnten die Burenziegen, Appenzellerziegen, Saannenziegen und Gämsfarbige Gebirgsziegen verzeichnen.
Leider ist der Bestand der Walliser Schwarzhalsziege rückläufig. Gegenüber dem Vorjahr wurden 156 Tiere weniger verzeichnet .
Auch der Bockbestand nahm gegenüber dem Vorjahr ab, bei den Schwarzhalsziegen gar um mehr als 10 Prozent.
Den grössten Herdebuchbestand weisen mit 8'454 Tieren weiterhin die Gämsfarbigen Gebirgsziegen auf, gefolgt von den Saanenziegen mit 8008 Tieren und den Toggenburgerziegen mit 3540 Tieren.
Züchterjahr
Der SZZV nahm die verbesserte Diagnostik zur Viruskrankheit CAE erfreut zur Kenntnis. Inzwischen ist bei CAE-positiven Blutproben die Unterscheidung möglich zwischen dem für Ziegen gefährlichen Genotyp B und dem weniger gefährlichen Genotyp A, zu welchen auch der Maedi-Visna-Virus der Schafe gehört.
Der SZZV nahm nach Rücksprache mit den Kantonalverbänden zur neuen Tierseuchenverordnung Stellung und hat die vom BVET vorgeschlagene Verkürzung der Sperre von 18 auf 6 Monate gug geheissen. Der SZZV forderte aber, dass Betriebe, die neben Ziegen auch Schafe halten, häufiger kontrolliert werden. Da die grosse Schafpopulation bisher nicht in die CAE-Bekämpfung miteinbezogen wurde, stellen Mischbetriebe ein erhöhtes Risiko dar.
Weil mit der intensiven Impfkampagne in der EU und der Schweiz die Blauzungenkrankheit vom Typ 8 gestoppt werden konnte, ist eine weitere Impfkampagne im 2011 nicht nötig.
Die Ziegenmilch boomte in den letzten Jahren. Gründe dafur sind wohl die Neugier auf innovative Produkte und die Erkenntnis, dass Ziegenmilchprodukte gesund und wertvoll für die menschliche Ernährung sind. Der weitaus grösste Teil der Ziegenmilch wird verkäst. Dabei gewinnen neben den traditionellen Halbhartkäsen Weichkäse mit Weissschimmel und vor allem auch cremige Frischkäse immer mehr an Bedeutung.
Verbandstätigkeiten
2010 konnten Ewald Gruber von St. Niklaus für 25 Jahre Zuchtbuchführung und Hubert Schmid von Ausserberg für 40 Jahre geehrt werden.
Der SZZV führte bei den gefährdeten Ziegenrassen umfassende Abstammungskontrollen durch. Gewebeproben wurden insbesondere bei den Märkten in Naters, Giubiasco und Malvaglia entnommen.
Bei den Walliser Schwarzhalsziegen gilt die Aufzuchtleistungsprüfung ALP als quantitatives Lesitungsmehrkmal. Im Berichtsjahr wurden 904 Aufzuchtleistungen von Schwarzhalsziegen mit dem BLW abgerechnet.
Vertreter des SZZV konnten beim Treffen mit den Importeuren und Proviande erreichen, dass die Zuschläge zum offiziellen Basispreis während den beiden Wochen vor Ostern 2011 um jeweils 50 Rappen auf einen Preis von Fr. 19.80 erhöht werden. Die Osterperiode mit dem höchsten Zuschlag zum Basispreis (+CHF 5.00) wird auf 2 Wochen verlängert, dafür wird die vorgängige Zuschlagsperiode (+CHF 3.00) um eine Woche gekürzt.
Der SZZV setzte sich dafür ein, dass die rechtliche Grundlage für die Unterstützung von Ziegenexporten mit Bundesgeldern wieder ermöglicht wird und trug mit seinen Argumenten dazu bei, dass die Initiative von Nationalrat Elmar Bigger gugeheissen wurde. Der SZZV hofft, dass ab Herbst 2011 wieder Exportbeiträge ausgerichtet werden können.
Im Frühjahr 2010 reichte der SZZV sechs Projekte zugunsten gefährdeter Rassen (GefRa) beim BLW ein. Für die Walliser Schwarzahlsziegen wurde die definitive Kostengutsprache auf Ende Februar 2011 in Aussicht gestellt.
Der SZZV verlangte beim BLW die Erhöhung des Umrechnungsfaktors für gemolkene Ziegen von 0.2 auf 0.25, wie dies bei gemolkenen Schafen der Fall ist. Das BLW will die Faktoren bei einer Revision der Grundlagen der Düngung im Acker- und Futterbau oder im Rahmen der Weiterentwicklung der Direktzahlungen überprüfen.
Der SZZV forderte, die Verarbeitung von Ziegenmilch auf dem Hof sowie deren Direktvermarktung möglichst rasch in die allgemeine Berechnung der Standardarbeitskräfte aufzunehmen. Das BLW will die SAK-Faktoren im Rahmen der Weiterentwicklung der Direktzahlungen überprüfen und anpassen.
Öffentlichkeitsarbeit
Der SZZV verlangte mit Erfolg, dass sich Proviande aus den Mitteln des Kommunikationsbeitrages an Marketingmassnahmen zugunsten von Ziegen- und Gitzifleisch beteiligt. Proviande lanciert das Gitzi-Jahr 2011. Proviande realisiert und finanziert im Rahmen ihrer Broschüren-Serie Schweizer Fleisch eine Broschüre "vom Gitzi".
Das BLW unterstützt das Projekt "Promotion Schweizer Ziegen", ein Absatzförderungsprojekt für das Jahr 2011.
Auf www.szzv.ch können Informationen zum Verband, zur Geschäftsstelle, den einzelnen Herdebuchrassen und vieles mehr in übersichtlicher Darstellung bezogen werden. Die Webseite verfügt auch über einen Marktplatz und einen Veranstaltungskalender.
Im "Forum Kleinwiederkäuer", dem offiziellen Publikationsorgan des SZZV wird laufend über die Arbeit und Beschlüsse des Verbandes berichtet.
Der SZZV und SZV benötigen ein neues, moderneres und effizienteres Herdebuch-System, welches auch den Zugriff per Internet erlaubt. Das Pflichtenheft ist erarbeitet. Im Frühjahr 2011 sollten die Offerten vorliegen, damit der Auftrag für den Aufbau erteilt werden kann.

